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Geschichte

Höhepunkt dieser Entwicklung war die Gründung der Hohen Schule in Herborn. Basierend auf einer Idee seines älteren Bruders Wilhelm von Oranien, schuf Johann der VI. von Nassau-Katzenelnbogen 1584, dem Jahr, in dem der „Vater“ der Niederlande einem Attentat zum Opfer fiel, eine Akademie. Diese universitätsähnliche Anstalt war in der damaligen deutschen Universitätslandschaft etwas völlig Neues, da sie eine Kombination aus Zubringerschule (Pädagogium) und Hochschule war.

Der Name „Hohe Schule“ für die Akademie verdeutlicht die bis heute unsichere Rechtslage der Neugründung: Nach Qualität und Struktur des Lehrkörpers war sie einer Universität sehr ähnlich, besaß aber keine Universitätsprivilegien, die der Kaiser damals nur katholischen oder lutherischen, aber keinen reformierten (calvinistischen) Institutionen verlieh. Die Hohe Schule gehörte bald zu den wichtigsten Bildungsstätten der Reformierten in Europa. Sie unterhielt Beziehungen nach ganz Europa und wurde von internationalen Studenten besucht. Es entstanden vier Fakultäten für Theologie, Philosophie, Jura und Medizin. In der Blütezeit wurde der Ruf der „Alma Mater Iohannea“ in ganz Europa bekannt. Die Unterrichtssprache war Latein.

An Veröffentlichungen sind eine eigenständige Herborner Bibelübersetzung (Johann Piscator), ein bedeutendes Frühwerk zur Staatsvertragslehre (J. Althusius) und die erste deutsche Enzyklopädie (J. H. Alsted) zu nennen. Der bedeutendste Student Herborns war Johann Amos Comenius aus Mähren, der wohl nach wie vor bekannteste Förderer der Pädagogik, nach dem auch die heutige Gesamtschule Herborns, die Comeniusschule, benannt wurde. Er studierte hier von 1611 bis 1613. Der 30-jährige Krieg bedrohte nicht nur die Hohe Schule in ihrem Bestand, sondern brachte auch der Stadt Herborn schwere Zeiten. Nachdem die Schule schließlich im Jahre 1812 geschlossen wurde, wird sie seit einiger Zeit als Hotel und Restaurant genutzt.

Hier noch ein kleiner Tipp: Viel Wissenswertes und Aktuelles über Herborn erfahren Sie direkt auf der eigenen Homepage der Stadt, die Sie unter www.herborn.de besuchen können!